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Das eigene Werk in den Händen zu halten, gerade auch in Zeiten rein digitaler Kunst, ist ein besonderes Vergnügen und lässt das Bild ganz anders wirken. Mit einem schönen Rahmen versehen und richtig arrangiert, kommt es besonders gut zur Geltung.

Wir haben für euch nachfolgend Ausstattungs-Tipps und Bearbeitungs-Tricks zusammengestellt, die euch den Einstieg in den Digitaldruck vereinfachen sollen.

1. Ausstattung: Monitor

Wenn du regelmäßig Bildbearbeitung betreibst und vielleicht noch (hobbymäßig) Druckdaten erstellen und bearbeiten willst, etwa um deine eigenen Fotografien auszudrucken, kommst du an einem farbechten Bildschirm nicht vorbei. 

Nicht jeder Monitor stellt Farben gleich dar, das macht bereits der Blick einerseits auf dein Smartphone und andererseits auf den Laptop klar: Monitor ist nicht gleich Monitor.

Im Hinblick auf Bildbearbeitung und Drucken ist vor allen Dingen die Farbraumabdeckung wichtig. Es geht letztlich um die Frage, wie viele Farben der Bildschirm darzustellen im Stande ist. Im schlimmsten Fall optimierst dein Bild auf die Fehldarstellung des TFT’S hin, ein sinnvolles, farbechtes Drucken ist dann nicht mehr möglich. Weiterführende Infos zum Thema Farbräume gibt es beim fine art printer magazin.

Wir bei Kombinat Lump arbeiten mit einem Benq PD2500Q, der alle Farben (des sRGB-Farbraums) abdeckt. Teurer und professioneller geht Ausstattung immer, aber nach unserer Meinung lohnt sich das Preis-/ Leistungsverhältnis, es gibt bereits Angebote unter 300€.

Damit hast du ein verlässliches Setup, mit dem sich gut arbeiten lässt. Wer dann wirklich regelmäßig Bilder bearbeitet, sollte sich noch ein Monitor-Kalibrierungs-Tool zulegen. Dies stellt sicher, dass immer die gleichen Referenzfarben zugrunde liegen, denn auch Monitore, die sehr viele Farben abbilden können, können falsch kalibriert sein. Dazu kommt, dass Bildschirme altern und mit der Zeit Farben verfälscht darstellen.

Unser Tool des Vertrauens ist das Datacolor Spyder X Pro für ca. 180€.

Zu deinem Monitor musst du schließlich noch das zugehörige ICC-Profil installieren, welches du vom Hersteller bekommst.

2. Ausstattung: Drucker

Für ein herausragendes optisches und haptisches Gefühl votieren wir ganz klar zu einem Fineart-Printer. Der Canon Pixma PRO-10S etwa bietet ein großartiges Druckergebnis für Größen bis A3 und ist aktuell für etwa 700€ zu haben. Er ist allerdings relativ teuer im Unterhalt, speziell die Kosten für Tinte.

Wer sich nicht gleich einen eigenen Drucker anschaffen kann oder will, hat auch einfach die Möglichkeit, Aufträge an spezialisierte Druckereien auszulagern, zum Beispiel an unseren Kooperationspartner Print-XXL in Chemnitz.

Infos zu dem von uns verwendeten und empfohlenen Büttenpapier sowie zu den Pigmentfarben des Druckers gibt es in diesem Beitrag zu Farbe und Papier zu lesen.

3. Ausstattung: Software

Für ein ansprechendes Druckergebnis wirst du im Regelfall dein Bild noch bearbeiten müssen. Der Platzhirsch unter den Tools ist natürlich Adobe Photoshop, was aber auch mit knapp 25€/ Monat zu Buche schlägt.

Wem das zu viel Geld ist, dem sei Affinity Photo empfohlen. Die Software erfreut sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit und kann in Punkto Funktionsumfang definitiv mit Photoshop mithalten.  Großes Plus: Die aktuelle Version kostet einmalig nur ca. 60€.

4. Bildbearbeitung für Druck: Gradationskurven

Wenn das Hardware-Setup steht, folgt die Bildbearbeitung. Eine der mächtigsten Funktionen ist die Gradationskurve, mit der sich Bilder leicht verbessern lassen.

links rechts

Mit Gradationskurven lässt sich – vereinfacht gesagt – steuern, wie hell oder dunkel bestimmte Bereiche dargestellt werden sollen. 

Im linken Bild ist die Standardeinstellung zu sehen, erkennbar an der von links unten nach rechts oben verlaufenden, weißen „Kurve“. Die Farben des Bilds wirken relativ matt.

Rechts dagegen ist eine leicht geschwungene, weiße Kurve zu sehen, sowie deutlich kräftigere Farben im Bild selbst.

Was diese Funktion macht, ist die dunklen Farben etwas dunkler sowie die hellen Farben etwas heller darzustellen, der Kontrast wurde verstärkt, das Bild wirkt viel intensiver. Die Anwendung einer leicht geschwungene S-Kurve ist meistens ein guter Tipp, um das eigene Bild stärker zur Geltung zu bringen.

Die Möglichkeiten dieses Tools sind damit aber nicht erschöpft, wir haben bisher nur einen winzigen Ausschnitt kennengelernt. So ist es beispielsweise möglich, das Bild nach Farbkanälen getrennt zu bearbeiten. (Die blaue nach links verschobene Kurve in Bild 2 zeigt an, dass wir den Blaubereich das Bildes beschnitten haben.) Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet hier den nächsten Anlaufpunkt.

In einem der kommenden Blog-Beiträge bieten wir euch ein Bildbearbeitungskurs speziell für Fineart-Prints an.

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