Was verkauft ihr da eigentlich? Fine-Art-Prints? Kunstdrucke?

Ganz ehrlich, vor 3 Jahren hatten wir keine Ahnung worauf wir uns einlassen. Wir wollten eigentlich nur selbst Drucke lokaler Künstler:innen kaufen und ihre Werke möglichst schön in unseren eigenen vier Wänden anbringen. Und drei Jahre später sitzen wir in unserer eigenen kleinen Galerie, starten jetzt den Verkauf, um die heranwachsende Kunstszene selbst zu unterstützen und lassen unseren Blick an die vielen beeindruckenden Bilder an unseren Wänden schweifen. Und was wir sehen, sind fantastische Kunst, Geschichten, Emotionen und Lebensgeschichten von vielen, vielen tollen Menschen.

Dass wir dabei auf so viele Möglichkeiten gestoßen sind, wie diese Kunstwerke besser präsentiert werden können (und was vielen Menschen leider oft verborgen bleibt), überrascht uns selbst auch heute noch. Daher wollen wir heute die Gelegenheit nutzen, um zu erklären, was es eigentlich mit Fine-Art-Prints/Kunstdrucken auf sich hat und warum wir seit 3 Jahren davon schwärmen.

Also von vorn: Was ist ein Fine-Art-Print?

Es gibt keine markengeschützte Definition was einen „Fine-Art-Print“ ausmacht. Der allgemeine Konsens ist allerdings, dass es sich dabei um ein Werk handelt, das mit farbechten Pigmenttinten auf Kunstpapieren gedruckt wird. Das hat einige Vorteile, aber auch einen Nachteil, weshalb Fine-Art-Prints nicht unbedingt für jedermann geeignet sind. Das gilt überraschenderweise auch für Unternehmen, die diese Drucke „produzieren“. Es gibt relativ viele Unternehmen, die Fine-Art-Prints anbieten, aber wie wir leider feststellen mussten, sind nur wenige davon in der Lage, mit diesen Drucken auch sinnvoll umzugehen, so dass 7 von 8 Unternehmen uns die Drucke beschädigt zugestellt haben.

Damit ihr mit eurem Bild gut umgehen könnt, liegt auch immer ein biologisch abbaubarer Handschuh dabei

Dann also die Frage: Was sind Pigmenttinten?

Für ein besseres Verständnis bietet sich an, zuerst zu erklären, was Farbstofftinten sind. Farbstofftinten bestehen zum größten Teil aus Wasser. Der eigentliche Farbstoff wird in der Flüssigkeit aufgelöst, was grundsätzlich bedeutet, dass die Farbe wasserlöslich ist und durch die Bindung an Wasser durch z.B. Sonneneinstrahlung leider auch schneller verblasst.

Im Gegensatz dazu enthält Pigmenttinte kleine Farbpigmente (mikroskopisch kleine farbige Steinchen), die in der Tinte schwimmen und mit der Flüssigkeit auf das Werk gedruckt werden. Dadurch verschmiert die Tinte nicht, sie ist langlebiger und die Werke wirken in Verbindung mit Kunstpapieren auch irgendwie „echter“ und intensiver, weshalb Fine-Art-Prints auch die erste Wahl für Ausstellungen sind. Da diese Pigmente auf dem Papier aufgebracht werden, sind diese klaren Farben allerdings recht anfällig für Fingerabdrücke und bei unsachgemäßer Behandlung relativ leicht kratzbar, weshalb Bilder mit dieser Drucktechnik sorgfältig behandelt werden sollten.

Intensive Farben der Pigmenttinte

Und zu guter Letzt: Was hat es mit Kunstpapieren auf sich?

Fine-Art-Papiere, oder eben auch Kunstpapiere unterscheiden sich bereits durch die Zusammensetzung des Papieres, um möglichst langlebige und intensive Farben zu gewährleisten. Während normales Papier mit Chlor gebleicht wird, wird bei Fine-Art-Papieren komplett darauf verzichtet, da Chlor über einen längeren Zeitraum auch die Farben des Bildes angreift. Durch den Herstellungsprozess mit Naturfasern erhält man so auch eine sehr ansprechende Struktur im Papier, welche Prints auch nochmal aufwertet.

Wer einmal mit Pigmenttinte auf normalem Papier druckt, mag sich wundern, warum das Bild blasser und weniger intensiv wirkt als ein normaler Druck. Um die besten Eigenschaften der Pigmenttinten optimal zu nutzen, haben Fine-Art-Papiere daher eine besondere Beschichtung, um auch scharfe Kontraste und einfach beeindruckende Farben abzubilden.

Struktur des Hahnemühle Albrecht Dürer Fine-Art-Papier

Also um die Frage des Artikels in kurz zu beantworten: Wir verkaufen einfach echt schicke Prints, auf die wir megastolz sind.

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